Der sog. aVD - allgemeine Vollzugsdienst - ist in den Justizvollzugsanstalten zuständig für die Beaufsichtigung, Versorgung und Betreuung der Gefangenen. Die Beamtinnen und Beamten sind im Schichtdienst tätig und kümmern sich rund um die Uhr um die Gefangenen.

Initiativbewerbungen für die Laufbahn des allgemeinen Vollzugsdienstes sind jederzeit herzlich willkommen, weil durch planmäßige wie außerplanmäßige Abgänge fortlaufend Stellen neu zu besetzen sind.

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die berufliche Entwicklung von Frauen. Bewerbungen von Frauen sind daher ausdrücklich erwünscht. In den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, werden sie bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung nach Maßgabe des Landesgleichstellungsgesetzes bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen.

Das Land Nordrhein-Westfalen ist weiter bestrebt, die Einstellung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen zu fördern. Bewerbungen geeigneter Schwerbehinderter und diesen gleichgestellten behinderten Menschen im Sinne des § 2 Abs. 3 SGB IX sind daher ausdrücklich erwünscht.

Die Ausschreibung richtet sich ausdrücklich auch an Menschen mit Migrationshintergrund

Portrait

Die Laufbahn des allgemeinen Vollzugsdienstes in den Justizvollzugsanstalten gehört zur Laufbahngruppe des mittleren Dienstes.

Die Beamten (m/w/d) im allgemeinen Vollzugsdienst in den Justizvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen verfügen neben einer Teamfähigkeit insbesondere über Zuverlässigkeit, Einsatzbereitschaft und eine hohes Verständnis für die Situation inhaftierter Menschen.

In den Justizvollzugsanstalten sind Menschen inhaftiert, bei denen durch richterliche Entscheidung der Entzug der Freiheit angeordnet ist (hauptsächlich Untersuchungshaft, Freiheitsstrafe, Jugendstrafe). Durch die Untersuchungshaft soll bei dringend einer Tat verdächtigten Beschuldigten verhindert werden, dass sie sich dem Strafverfahren entziehen (Fluchtgefahr) oder die Aufklärung der Straftat behindern (Verdunklungsgefahr). Im Vollzug der Freiheitsstrafe (sie ist die auf Freiheitsentziehung lautende Strafe bei Erwachsenen) sollen die Inhaftierten befähigt werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Neben diesem zentralen Vollzugsziel dient der Vollzug der Freiheitsstrafe allerdings auch dazu, die Allgemeinheit vor weiteren Straftaten der Inhaftierten zu schützen.

Dem Vollzug der Jugendstrafe als freiheitsentziehende Strafe bei Jugendlichen liegt der Erziehungsgedanke zugrunde. Er soll durch behandlerische Maßnahmen den in der Straftat deutlich gewordenen schädlichen Neigungen der Jugendlichen entgegenwirken. Die vielfältigen Aufgaben der Betreuung, Behandlung, Versorgung und Beaufsichtigung der Gefangenen erfordern in den Justizvollzugsanstalten neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des allgemeinen Vollzugsdienstes und des Werkdienstes auch solche aus verschiedenen anderen Berufen, wie Juristen, Verwaltungsfachleute, Ärzte, Pädagogen, Psychologen, Seelsorger, Sozialarbeiter. Der allgemeine Vollzugsdienst ist die Berufsgruppe mit dem häufigsten Kontakt zu den Gefangenen. Dies ergibt sich aus der Vielfalt seines umfangreichen Aufgabengebiets.

Das komplexe Aufgabengebiet im Überblick

Die Beamten des allgemeinen Vollzugsdienstes sind in den Justizvollzugsanstalten zuständig für die Betreuung, Versorgung und Beaufsichtigung der Gefangenen und unterstützen die besonderen Fachdienste (u.a. Psychologen, Ärzte, Pädagogen, Seelsorger) bei der Behandlung der Gefangenen.

Zu den Aufgaben des allgemeinen Vollzugsdienstes gehören:
  • das Hinführen der Gefangenen zu einem verantwortungsbewussten, geordneten Zusammenleben in der Anstalt
  • die Mitwirkung bei der Behandlung, Beurteilung und Freizeitgestaltung der Gefangenen
  • die Hilfestellung bei persönlichen Angelegenheiten der Gefangenen
  • die Mitwirkung bei Maßnahmen der sozialen Hilfe
  • die Mitwirkung bei der medizinischen Versorgung von Gefangenen das Führen von Einzel- und Gruppengesprächen
  • die Erledigung täglich anfallender Schreib- und Verwaltungsarbeiten, überwiegend am PC
  • die Mitwirkung bei der Aufnahme und Entlassung der Gefangenen
  • die sichere Unterbringung und Beaufsichtigung der Gefangenen
  • die Sorge für die Ordnung und Sauberkeit in allen Räumen mit ihren Einrichtungs- und Lagerungsgegenständen
  • die Sorge für die Reinlichkeit der Gefangenen, ihrer Wäsche und Kleidung
  • die Durchsuchung der Gefangenen die Überwachung der Einhaltung von Verhaltensvorschriften und der Hausordnung
  • die Überwachung der Anstaltsgebäude und des Anstaltsgeländes sowie des Vorfeldes
  • die Kontrolle des ein- und ausgehenden Personen - und Fahrzeugverkehrs sowie der Gegenstände, die in die Anstalt ein- oder aus ihr herausgebracht werden
  • die Überwachung von Besuchen.

Diese Aufgaben erfordern neben Teamfähigkeit insbesondere Zuverlässigkeit, Einsatzbereitschaft und ein hohes Verständnis für die Situation inhaftierter Menschen.

Besonderheiten

Die Justizvollzugsanstalt als in sich geschlossener Lebensraum erfordert die ständige Anwesenheit von Vollzugsbediensteten, um insbesondere die jeweils erforderlichen Betreuungs-, Versorgungs- und Sicherungsaufgaben zu gewährleisten. Dies ist vor allem Aufgabe des allgemeinen Vollzugsdienstes. Er sorgt für den ordnungsgemäßen Tagesablauf im Hafthausbereich. Dadurch übt er einen starken Einfluss auf die Gefangenen aus und bestimmt maßgeblich die Atmosphäre in der Anstalt. Dieser ständige Dienst am Menschen erfordert naturgemäß einen Schichtbetrieb (Frühdienst, Spätdienst, Nachtdienst).

Auch an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen muss ein Teil der Bediensteten des allgemeinen Vollzugsdienstes in der Anstalt Dienst verrichten. Als Ausgleich hierfür werden entsprechende dienstfreie Tage in der Woche gewährt. Auch soweit sie Betreuungs-, Versorgungs- und Sicherungsaufgaben wahrnehmen, sollen die Mitarbeiter des allgemeinen Vollzugsdienstes Gesprächspartner und Bezugs-Person der Gefangenen sein, positiv auf sie einwirken, Verantwortungsbewusstsein wecken und fördern.

Dieses weite Aufgabenspektrum verlangt von den Angehörigen des allgemeinen Vollzugsdienstes eine Reihe zur Aufgabenerfüllung erforderliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen. Selbstverständlich müssen sie die für ihre Tätigkeit wichtigen Bestimmungen beherrschen. Sie müssen außerdem mit Menschen umgehen können. Voraussetzung hierfür ist soziales Verständnis und Einfühlungsvermögen, Ausgeglichenheit und die Fähigkeit zum Zuhören wie zum Gespräch sowie Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen.

Da der allgemeine Vollzugsdienst die ihm obliegenden Aufgaben im Zusammenwirken mit den anderen in der Justizvollzugsanstalt tätigen Diensten erfüllt, müssen die Angehörigen des allgemeinen Vollzugsdienstes zur Zusammenarbeit bereit und in der Lage sein. Nicht zuletzt müssen die Angehörigen des allgemeinen Vollzugsdienstes sportlich geübt und mit den Mitteln und Methoden von Eingriffs- und Sicherungstechniken vertraut sein. Um diesen Anforderungen nachkommen zu können, ist neben den persönlichen Voraussetzungen, welche die Bewerber für diesen Beruf mitbringen müssen, eine umfassende Ausbildung erforderlich, die ihnen das nötige Rüstzeug vermittelt und hilft, die für den Beruf wichtigen Einstellungen und Haltungen zu entwickeln.

Einstellungsvoraussetzungen

Voraussetzungen sind unter anderem Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen Ausbildung in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis oder eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Zur Ausbildung für die Laufbahn des allgemeinen Vollzugsdienstes bei Justizvollzugsanstalten des Landes NRW im Rahmen des Vorbereitungsdienstes kann zugelassen werden, wer

  1. die gesetzlichen Voraussetzungen für die Ernennung zum Beamten (m/w/d) erfüllt,
  2. nach charakterlichen, geistigen und körperlichen Anlagen sowie gesundheitlicher Hinsicht für die Laufbahn geeignet ist,
  3. mindestens:
    - die Realschule mit Erfolg besucht hat oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand besitzt, oder
    - die Hauptschule mit Erfolg besucht hat oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand besitzt, sowie
    - eine förderliche abgeschlossene Berufsausbildung, oder
    - eine abgeschlossene Ausbildung in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis,nachweist
  4. zum Zeitpunkt der Einstellung das 20. Lebensjahr vollendet hat und grundsätzlich noch nicht 40 Jahre alt ist.

Bewerbung

Bei Interesse senden Sie bitte Ihre ausführlichen Bewerbungsunterlagen an:

Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede
Personal & Service
Umlostraße 100
33649 Bielefeld

oder an die E-Mail Adresse: poststelle@jva-bielefeld-brackwede.nrw.de email.gif

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

  • Frau Saskia Schlaack, Telefonnummer: 0521 4896-293

Hinweis:

Die Einstellung erfolgt in der Regel zunächst im Beschäftigtenverhältnis. Bei dem Arbeitsvertrag nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) wird mit den Beschäftigten (m/w/d) jedoch eine Nebenabrede vereinbart, dass er verpflichtet ist, sich innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren in das Beamtenverhältnis auf Widerruf übernehmen zu lassen. Übernahme ins Beamtenverhältnis ist jeweils der 1. Juli eines Jahres.

Besteht bereits ein Dienstverhältnis im Justizdienst, ist das Gesuch auf dem Dienstweg einzureichen. Soweit die erforderlichen Unterlagen in den Personalakten enthalten sind, kann auf sie Bezug genommen werden. Die Leitung der Beschäftigungsbehörde wird sich eingehend zu der Bewerbung zu äußern. Eine Bewerbung, bei der nach den eingereichten Unterlagen die Einstellungsvoraussetzungen offensichtlich nicht erfüllt sind, wird unter Rückgabe der Bewerbungsunterlagen beschieden. Die übrigen Bewerberinnen und Bewerber nehmen an dem Verfahren der Personalauswahl teil. 

Den Bewerbungsunterlagen sind folgende Dokumente vollständig beizufügen:

  • Bewerbungsschreiben
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Bewerbungsfoto
  • Geburtsurkunde, ggf. Heiratsurkunde
  • Schulentlassungszeugnis
  • Arbeitszeugniss über vorherige Beschäftigungen

sowie die PDF-Dokumente. Sie stehen zum Downlaod zur Verfügung.

Ausbildungsverlauf

Die duale Ausbildung dauert zwei Jahre. Die theoretischen Abschnitte finden in der Justizvollzugsschule des Landes Nordrhein-Westfalen in Wuppertal Zweigstelle Hamm statt, die praktischen Ausbildungsabschnitte werden in verschiedenen Justizvollzugsanstalten des Landes durchgeführt.

Die theoretische Ausbildung wird in Lehrgängen an der Justizvollzugsschule des Landes Nordrhein-Westfalen  (JVS) in Wuppertal, Aussenstelle Hamm durchgeführt. Sie dient der Vorbereitung, Ergänzung und Vertiefung der praktischen Ausbildung. Die praktischen Ausbildungsabschnitte werden in verschiedenen Justizvollzugsanstalten   des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Jedem Abschnitt liegen standardisierte Pläne für die Ausgestaltung der praktischen Ausbildung zugrunde. Die Umsetzung wird von Ausbildungsleiter/innen koordiniert und überwacht.

Die Ausbildung richtet sich nach der Verordnung über die Ausbildung und Prüfung für die Laufbahn des allgemeinen Vollzugsdienstes bei Justizvollzugseinrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen (Ausbildungsordnung allgemeiner Vollzugsdienst APOaVollzD ) und gliedert sich wie folgt:

Ausbildungsabschnitt

Ausbildungsort

Dauer

Praktische Ausbildung I

Justizvollzugsanstalt

2,5 Monate

Schulische Ausbildung I

Justizvollzugsschule

3 Monate

Praktische Ausbildung II

Justizvollzugsanstalt

4 Monate

Schulische Ausbildung II

Justizvollzugsschule

3 Monate

Praktische Ausbildung III

Justizvollzugsanstalt

5,5 Monate

Schulische Ausbildung III

Justizvollzugsschule

3 Monate

Praktische Ausbildung IV

Justizvollzugsanstalt

3 Monate

Ausbildungsinhalte

Informationen zu den Unterrichtsthemen der theoretischen Abschnitte in der Justizvollzugsschule des Landes Nordrhein-Westfalen in Wuppertal

Unterrichtet werden folgende Fachthemen:

  • organisatorische Zusammenhänge einer Justizvollzugsanstalt,
  • Betreuung und Behandlung der Gefangenen,
  • Beaufsichtigung und Versorgung der Gefangenen und
  • Deeskalation und Gewaltschutz.     

Die schulische Fachausbildung dauert 5 Monate und richtet sich nach dem künftigen Einsatzgebiet. Es werden die Einsatzgebiete Erwachsenenvollzug, Jugendvollzug und Werkdienst unterschieden.

Fachausbildung Erwachsenenvollzug:

  • Werte von Gemeinschaften,
  • Behandlung und Betreuung im Erwachsenenvollzug,
  • Sicherheit und Ordnung im Erwachsenenvollzug,
  • Gewaltschutz
  • Kommunikation im Erwachsenenvollzug
  • Dienstleistung und Ethik
  • spezielle Behandlungsformen im Erwachsenenvollzug
  • Gesundheitsförderung

Fachausbildung Jugendvollzug :

  • Werte von Gemeinschaften,
  • Erziehung und Behandlung im Jugendvollzug,
  • Sicherheit und Ordnung im Jugendvollzug,
  • Gewaltschutz,
  • Kommunikation im Jugendvollzug,
  • Dienstleistung und Ethik,
  • Erziehung und spezielle Behandlungsformen im Jugendvollzug und
  • Gesundheitsförderung.

Fachausbildung Werkdienst:

  • Werte von Gemeinschaften,
  •  Aufgaben des Werkdienstes,
  • Ausbildung und Arbeitstherapie im Werkdienst,
  • Betriebsführung,
  • Sicherheit und Ordnung im Werkbereich,
  • Gewaltschutz,
  • Kommunikation im Werkbereich,
  • Dienstleistung und Ethik und
  • Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz.